EU-Referendum / Brexit

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    There are 320 replies in this Thread. The last Post () by Kyla.

      Schottlands Regierungschefin will Verbleib Schottlands in EU

      Schottlands Regierungschefin fordert ein zweites Brexit-Referendum und den Verbleib ihres Landes in der EU.

      Nach dem Nein des britischen Parlaments zum Brexit-Abkommen fordert Schottlands Regierungschefin Nicola Sturgeon ein zweites Brexit-Referendum und den Verbleib Schottlands in der EU.

      Dies sei der einzige Weg, den Willen des schottischen Volkes, in der EU zu bleiben, zu respektieren, sagte Sturgeon der „Bild-Zeitung“ (Mittwochsausgabe). Ohne neue Volksbefragung drohe der Austritt Schottlands aus dem Vereinigten Königreich.

      Ein zweites Referendum ist die einzige Möglichkeit, dass Schottland als Teil des Vereinigten Königreiches in Europa bleibt“, so Sturgeon weiter.

      Es sei ausdrücklich „der demokratische Wille der Schotten“, Teil der EU zu bleiben. „Dies gelte es zu respektieren“, so Schottlands Regierungschefin weiter. Nach zweieinhalb Jahren „Westminster-Chaos“ dürfe Schottland nicht mehr ignoriert werden.

      „Unser Platz in Europa muss geschützt werden“, so Sturgeon, die bisher ein Unabhängigkeitsreferendum in Schottland abgelehnt hat.

      Unabhängig von der Frage, wer künftig die Regierung in London führe, sei „ein zweites EU-Referendum die einzig glaubwürdige Option, um ungeahnte Schäden für die Wirtschaft und künftige Generationen zu vermeiden“, so Sturgeon weiter.

      Die linksliberale Regierungschefin fordert den Stopp des Brexit-Prozesses. „Wir sind jetzt an dem Punkt angelangt, an dem es unzumutbar und sinnlos wäre, weiterzumachen“, sagte Sturgeon der „Bild-Zeitung“.

      Sie fordert als Sofortmaßnahme, „die Uhr im Rahmen des Artikel 50-Prozesses zum Austritt aus der EU muss gestoppt werden“. Nur so könne ein ungeordneter, harter Brexit zum 29. März verhindert werden. Die Regierung in London habe mehr als zweieinhalb Jahre Zeit gehabt, um einen praktikablen Brexit-Plan vorzulegen, und sei damit „komplett gescheitert“. „Die Vorstellung, dass die Regierung dies jetzt innerhalb weniger Wochen tun kann, ist absurd“, so die schottische Regierungschefin.

      Quelle: Epoch Times

      Nicola Sturgeon sieht Großbritannien nicht genug auf Brexit vorbereitet

      Großbritannien ist Schottlands Regierungschefin Nicola Sturgeon zufolge nicht annähernd auf den Austritt aus der Europäischen Union in knapp zwei Monaten vorbereitet. Das gehe aus einer Rede hervor, die Sturgeon am Montag an der Georgetown Universität in Washington halten werde, berichtete die „Times“. Die derzeitige Situation zeige, dass die Interessen Schottlands mit einem Verbleib im Vereinigten Königreich nicht richtig gewahrt würden.

      „Chaos, Verwirrung und Unsicherheit wegen des Brexits“ mache es ganz klar: Die Minister in London würden das Land nur als Anhängsel behandeln. Sturgeon befürchtet, dass ohne freien Personenverkehr - was Theresa May kategorisch ablehnt sobald Großbritannien die Europäische Union verlässt - es eine Abwanderung von schottischen Arbeitern geben. Das habe „schwerwiegende wirtschaftliche und soziale Konsequenzen zur Folge“.

      Sturgeon werde sich erneut für ein zweites Brexit-Referendum aussprechen. Der EU-Austritt Großbritanniens ist für den 29. März geplant.

      Quelle: Handelsblatt


      "Die Geschichtsschreiber aus England werden mich einen Lügner nennen, aber Geschichte wird von jenen geschrieben, die ihre Helden gehängt haben."

      Unterhaus lehnt Vorschlag für Verbleib Schottlands in EU ab

      Der Vorschlag der schottischen Nationalpartei SNP für einen Verbleib Schottlands in der EU trotz Brexits ist am Dienstagabend vom britischen Unterhaus abgelehnt worden. Der von Fraktionschef Ian Blackford eingebrachte Antrag sah zudem eine Verschiebung des EU-Austritts vor.

      Den Abgeordneten lagen am Abend insgesamt sieben Anträge vor. Beobachter hoffen, dass nach der Sitzung klarer ist, wie es nach der Abstimmungsniederlage der Regierung am 15. Januar mit dem Brexit-Abkommen weitergehen soll. Erst zum Schluss wird über das Gesamtpaket abgestimmt. Sollte es abgelehnt werden, sind alle Änderungen hinfällig.

      Quelle: Börse Online


      "Die Geschichtsschreiber aus England werden mich einen Lügner nennen, aber Geschichte wird von jenen geschrieben, die ihre Helden gehängt haben."

      Schottland und Wales halten Brexit-Datum für nicht einhaltbar

      Schottlands Regierungschefin Nicola Sturgeon und ihr walisischer Amtskollege Mark Drakeford haben die britische Regierung zu einem klaren Bekenntnis gegen einen No-Deal-Brexit aufgerufen. Premierministerin Theresa May müsse diese Option ein für alle Mal verwerfen und auch darauf hinarbeiten, den 29. März als Datum für den geplanten EU-Austritt Grossbritanniens fallenzulassen, schrieben die beiden in einer gemeinsamen Erklärung. May müsse eine Verlängerung der Austrittsfrist bei der EU beantragen, um das Risiko zu vermeiden, dass Grossbritannien ohne Abkommen aus der Europäischen Union ausscheidet.

      Grossbritannien sei auf einen Brexit ohne Abkommen in weniger als zwei Monaten schlichtweg nicht vorbereitet, erklärten Sturgeon und Drakeford. Ein solches Szenario wäre eine Katastrophe, weshalb May diese Option verwerfen sollte. Ein No-Deal-Brexit würde grosse kurzfristige Auswirkungen auf das Leben der Briten haben und auch die langfristigen Schäden für die britische Wirtschaft nicht abmildern, so die beiden Regierungschefs. May dürfe keine Zeit vergeuden.

      Quelle: Cash

      Whisky: Brexit-Sorgen mit ordentlich Umdrehungen

      Die Insel Islay vor der Westküste Schottlands gilt als Whisky-Schlaraffenland. Neun Brennereien stellen hier den Hochprozentigen her. Euronews-Reporter Damon Embling hat einen der Whisky-Hersteller besucht - nicht um die schottische Spezialität zu verkosten, sondern um über den Brexit zu sprechen.

      „Der schottische Whisky ist ein großes Geschäft. 2017 machten die Exporte mehr als fünf Milliarden Euro aus. Das ist mehr als ein Fünftel aller britischen Getränke- und Nahrungsmittelausfuhren. In diesem Wirtschaftszweig arbeiten 40.000 Menschen. Der bevorstehende EU-Austritt löst die Sorge aus, dass ein Ausscheiden ohne Abkommen die Lieferung, die Preise und den gesetzlichen Schutz beeinträchtigen könnte“, so Embling.

      Die Bruichladdich-Brennerei beschäftigt 80 Menschen. Ausgeschenkt werden die hier hergestellten Getränke nicht nur auf der Insel, sondern auch in anderen Teilen Europas. Was ändert sich, wenn Großbritannien aus der EU aussteigt?

      „Wir sind wegen rechtlicher Änderungen besorgt. Die könnten unser Geschäft verzögern oder uns mehr Geld kosten. Im Augenblick ist es bedrückend, dass wir so nah am Austrittsdatum sind, aber immer noch keine Entscheidung haben“, sagt Produktionsleiter Allan Logan.

      Die Brennerei hat vieles überdauert: Familienfehden, Wirtschaftskrisen, Weltkriege. Der EU-Austritt ist die nächste Herausforderung.

      Logan: „Wir werden als Luxusmarke angesehen, das gibt uns das Selbstbewusstsein, dass unsere Erzeugnisse weltweit überleben werden. Die schottische Whiskyindustrie ist stark genug, um das zu überstehen. Es wird nur seine Zeit dauern.“

      Um zusätzliche Einnahmequellen zu erschließen, bietet die Brennerei Whisky-Verkostungen an. Schon Allan Logans Vorfahren machten in Whisky - so soll es bleiben, sagt er: „Wir wissen nicht, was uns bevorsteht, aber wir sind guter Dinge, dass unsere Rücklagen der nächsten Generation zur Verfügung stehen werden. Ich hoffe, dass mein Sohn ins Whiskey-Geschäft einsteigt und den Whiskey, den wir heute herstellen, übernehmen wird“, so Logan.

      „Wasser des Lebens“ - so nennen Schotten und Iren ihren berühmten Getreideschnaps. Auf Islay ist der Whisky auch aus einem anderen Grund Lebenselixier: Denn ohne die Whisky-Brennereien würde die Wirtschaft hier auf dem Trockenen sitzen.

      Quelle: Euronews

      Brexit-Roadtrip: Wie ist die Stimmung in Schottland?

      Das Gezerre um den Brexit – es scheint kein Ende zu nehmen. Was halten die britischen Bürger davon? Mit dieser Frage im Gepäck reist NBC-Reporter Alexander Smith einmal quer durchs Vereinigte Königreich. Nächste Station: die schottische Hauptstadt Edinburgh.

      "Die Menschen in meinem Land sind für den Verbleib in der EU"

      In einem Pub in der Altstadt treffen wir den Koch und Brexit-Gegner Jamie McCormack. „Die Menschen in meinem Land sind für den Verbleib in der EU. England hat uns da rausgekickt. Wir haben beim Referendum nicht dafür gestimmt“, so McCormack.

      Alexander Smith: „Aber wenn man jetzt ein zweites Referendum abhalten würde mit einem neuen Ergebnis… Wäre das nicht ein schlechtes Zeichen für die Demokratie?“

      Jamie McCormack: „Ist es nicht ein schlechtes Zeichen für die Demokratie, dass man uns Schotten gegen unseren Willen aus der Europäischen Union zwingt? Schottland wird rausgezerrt aus der EU, obwohl es das nicht will. Nur wegen der Stimmen der Engländer.“

      Alexander Smith: „Was ist mit den knapp 40 Prozent der Schotten, die für LEAVE gestimmt haben?“

      Jamie McCormack: „Und die 63 Prozent die für STAY gestimmt haben?“

      Alexander Smith: „Warum ist Ihnen Ihre schottische Identität so wichtig?

      Jamie McCormack: „Gehen Sie einfach mal nach draußen und schauen Sie sich um.“

      "Wir haben die Nase voll von dem Ganzen"

      Und das tun wir. Am nächsten Morgen verlassen wir Edinburgh und fahren aufs Land. Einmal quer durch die atemberaubenden Highlands und bis nach Lossiemouth, eine Küstenstadt ganz im Norden Schottlands.

      Weiter weg von Westminster wird uns unser Roadtrip nicht mehr führen. In Lossiemouth hat rund die Hälfte der Bevölkerung für den EU-Austritt gestimmt. Wir wollen herausfinden, warum.

      Auch Sandra Campbell war für LEAVE: „ Ich habe dafür gestimmt, weil mein Bruder Fischer ist. Und für Fischer ist die EU nicht gut. Es kommen zum Beispiel Leute aus anderen Ländern zum Fischen zu uns, die zu Hause keine eigene Küste haben.“

      Alexander Smith: „Und was sagen Sie zu denjenigen, die jetzt versuchen, den Brexit noch zu kippen?“

      Sandra Campbell: “Ich denke, sie sollten den Dingen ihren Lauf lassen. Schauen, wie sich alles entwickeln wird. Die meisten von uns haben die Nase voll von dem Ganzen. Ich bin gegen ein zweites Referendum. Wir sollten den Brexit jetzt auch zu Ende bringen und abwarten, was dabei herauskommt.“

      Alexander Smith: „Während der Brexit-Kampagne – hat man Sie da ausreichend über alle Fakten informiert?“

      Sandra Campbell: „Nein. Ich finde nicht, dass wir genügend Informationen hatten, um die richtige, um eine sinnvolle Entscheidung zu treffen.“

      Damit geht unser Roadtrip weiter – von den frostigen Stränden Schottlands nach Nordirland. Dort befürchten viele Menschen, dass ein harter Brexit einen jahrzehntealten, blutigen Konflikt neu entfachen könnte.

      Quelle: Euronews

      Schottischer Volkswirt erwartet Konjunktureinbruch bei Chaos-Brexit

      Ein Austritt Grossbritanniens aus der Europäischen Union ohne Vertrag könnte nach Einschätzung eines Experten zu einem Konjunktureinbruch in Schottland führen. Der Chefvolkswirt der schottischen Regierung, Gary Gillespie, hält einen Rückgang der Wirtschaftsleistung um bis zu sieben Prozent für möglich.

      Zudem dürfte der schottische Handel Schaden von einem Chaos-Brexit nehmen. Die Ausfuhren könnten um bis zu einem Fünftel sinken. Ausserdem könnten die Geschäftsinvestitionen um bis zu einer Milliarde Pfund in diesem Jahr fallen. Das Pfund Sterling könnte nach Einschätzung des Volkswirts um bis zu 30 Prozent abwerten.

      Gut einen Monat vor dem geplanten Brexit steuern Grossbritannien und die EU in den Austrittsverhandlungen auf einen Crash zu. Der britische Aussenminister Jeremy Hunt schloss am Mittwoch in Berlin eine Vereinbarung ohne eine Neuregelung der Backstop-Klausel für die Grenze Nordirlands aus. Der Austritt von Grossbritannien aus der Europäischen Union ist für den 29. März vorgesehen.

      Quelle: cash

      Angst vor EU-Austritt: „Viel zu viel Panikmache“

      Ein Paradies für Sonnenanbeter ist Islay nicht. Die schottische Insel ist eher etwas für Menschen, die sich von einer kräftigen Brise und Schauern nicht abschrecken lassen.

      „Touristen - viele von ihnen aus Europa - kommen Jahr für Jahr her, um die natürliche Schönheit der Insel, ihre Artenvielfalt und den weltweit bekannten Whisky zu genießen“, berichtet euronews-Reporter Damon Embling.

      Die Schotten sprachen sich mehrheitlich für einen Verbleib in der Europäischen Union aus. Embling ist der Frage nachgegangen, ob der EU-Austritt des Vereinigten Königreichs den hiesigen Fremdenverkehr beeinflussen wird. Gastwirtin Linda Maclellan sieht keine Schwierigkeiten.

      „Islay wird alles überleben, was die britische Regierung tut“, meint Maclellan.

      Embling: „Aber wegen des EU-Austritts gibt es große Unsicherheit. Macht Ihnen das keine Sorgen?“„Es gibt viel zu viel Panikmache", findet Maclellan. „Es ist nicht so, wie es dargestellt wird. Wir werden auch am Morgen danach ganz normal aufstehen, die Sonne wird aufgehen, Ebbe und Flut werden da sein. Und alles wird in Ordnung sein“, sagt sie.

      „Und werden in Ihren Betten immer noch Feriengäste schlafen?“, fragt Embling. „Ja, da bin ich ziemlich sicher“, lacht die Gastwirtin.

      In der Hotelbar steht Sohn Peter hinter dem Tresen. Er ist der Whisky-Fachmann des Hauses. Und den gibt es auf der Insel in zahlreichen Varianten. Glen Downing wohnt auf Islay und hat zum Brexit und zur Europäischen Union eine klare Meinung - er spricht Klartext.

      „Als der gemeinsame europäische Wirtschaftsraum eingeführt wurde, war ich dafür“, sagt Downing. „Und jetzt versuchen sie, uns die Staatsbürgerschaft, unsere Gesetze, unsere Königin und unser Land zu nehmen.“

      „Doch wenn wir die EU ohne Abkommen verlassen würden, was halten Sie davon?“, fragt Peter Maclellan. Downing: „Das wäre das Beste, was uns passieren könnte.“

      Linda Maclellan hat für den Verbleib in der Europäischen Union gestimmt. Sie sieht es pragmatisch. Ihre Devise lautet: Wir nehmen es so, wie es kommt.

      „Ich glaube, das Interesse am Whisky hier auf der Insel ist groß genug, um dem entgegenzuwirken. Und wenn wir ohne Abkommen aus der Europäischen Union ausscheiden, wird es nicht lange dauern, bis wir zur Normalität zurückkehren. Die EU will uns nicht gehen lassen, das wird ziemlich deutlich. Ich weiß nicht, wer zuerst Zugeständnisse macht, aber einer wird das tun“, meint Maclellan.

      Auf der politischen Bühne wird seit Monaten über den britischen Austritt aus der Europäischen Union gestritten und gerungen. Auf der Insel Islay ist die große Politik, sind London und Brüssel weit weg.

      Quelle: Euronews

      Schottland gegen den Brexit

      iner Untersuchung zufolge würde ein EU-Austritt Aberdeen am härtesten treffen. In Schottlands drittgrößter Stadt sind die Menschen deshalb gegen den Brexit. Auch die Schotten insgesamt würden heute wieder wie 2016 mit großer Mehrheit für den Verbleib in der EU stimmen.

      Straßenmusik vor dem Einkaufszentrum in Aberdeen. Die Stadt hat im Juni 2016 mit 61 Prozent für den Verbleib in der Europäischen Union gestimmt. Darunter auch der 48 Jahre alte Ingenieursausbilder Brian, der gerade auf dem Weg in seine Mittagspause ist: „Der Brexit ist ehrlich gesagt eine schreckliche Idee. Und die Tatsache, dass die Politiker immer noch keinen Plan haben, macht die Sache noch schlimmer. Ich spüre bereits, dass die Unternehmen wegen der unsicheren Zukunftsaussichten immer weniger bereit sind, vier Jahre lang Ingenieure auszubilden.“

      Die gesunkenen Rohstoffpreise hätten die Ölförderung vor der Küste Aberdeens bereits hart getroffen – und jetzt auch noch der Brexit: „Aberdeen lebt von der Ölindustrie – die läuft aber schon jetzt nicht mehr so wie früher. In diesem internationalen Geschäft jetzt noch zusätzliche Hürden aufzubauen, ist einfach lächerlich. Beim Referendum 2016 wusste doch niemand, was passiert. Deshalb brauchen wir jetzt eine zweite Volksabstimmung, jetzt, wo wir die Konsequenzen kennen.“

      Im Hafen brummen die Generatoren der Schiffe, die die Ölplattformen versorgen. Lastwagen fahren zu den Kais, bringen Ersatzteile und neue Maschinen. Ein paar hundert Meter entfernt, im Rathaus, macht sich Stadtrat Ian Yuill Sorgen:

      „Niemand weiß, was nach dem Brexit wirklich passiert – das allein ist ja schon chaotisch. Aber das Zentrum für Städte hat 2017 die voraussichtlichen Brexit-Effekte untersucht. Danach wird der Austritt aus der EU Aberdeen von allen britischen Städten am stärksten treffen. Schon durch einen sogenannten weichen Brexit würden wir 2,1 Prozent unserer Wirtschaftskraft verlieren. Durch einen harten Brexit sogar 2,7 Prozent. Der Brexit wird keiner Stadt gut tun, aber Aberdeen trifft er am härtesten.“

      Ian Yuill ist der Fraktionsvorsitzende der EU-freundlichen Liberaldemokraten im Stadtrat von Aberdeen. Er hat dafür gesorgt, dass sich seine Kollegen mit großer Mehrheit für ein neues Referendum ausgesprochen haben, nur die Konservativen stimmten dagegen.

      Farmer fürchten um ihr Geschäft


      Die drittgrößte Stadt Schottlands hängt nicht nur vom Öl ab, sondern auch von den zwei Universitäten. Das King's College im Univiertel Old Aberdeen wurde 1495 gegründet. Unter anderem hat hier Harry Potter-Autorin Joannne K. Rowling studiert. Fünf Mal gingen Nobelpreise nach Aberdeen. 14.000 Studenten sind hier eingeschrieben, jeder zehnte Bewohner der Stadt an der Nordseeküste, viele von ihnen kommen vom europäischen Kontinent. Stadtrat Yuill macht sich auch um die Universität Sorgen:

      „Die Regierung in London hat jetzt beschlossen, nach dem Brexit EU-Studenten Visa für lediglich drei Jahre zu geben. Dabei dauern die Bachelor-Studiengänge an schottischen Universitäten normalerweise vier Jahre, anders als in England. Nicht einmal darüber hat die britische Regierung nachgedacht!“

      20 Kilometer nördlich von Aberdeen liegt das Dorf Newmachar. Hier, auf der Sittyton-Farm, züchtet John Fyall Shorthorn-Rinder und Schafe. Seine 1.500 Lämmer kommen aus den schottischen Highlands – jetzt fressen sie sich auf den saftigen Wiesen in den Lowlands von Aberdeenshire dick und rund, bis Ostern, dann sollen sie zum Festtagsbraten werden, vor allem bei den zahlreichen Kunden in Frankreich und Deutschland. Wenn aber Großbritannien am 29. März ohne Abkommen und ohne Übergangsregelung aus der EU austritt, dann wird aus diesem Geschäft nichts. Dann wird John Fyall seine schottischen Lämmer zu Ostern nicht auf den Kontinent bringen können.

      „Wenn es morgen einen No-Deal-Brexit gibt, dann haben wir plötzlich 1.000 Lämmer übrig. Vor drei Tagen hat mich meine Bankerin gefragt, was ich dann tun würde. Ich musste ihr sagen, dass ich die Lämmer nur noch mit einem riesigen Verlust los werden könnte, wegen der dann geltenden Zölle würde ich von den Kunden auf dem Kontinent nur noch 30 bis 40 Pfund pro Lamm bekommen, statt jetzt bis zu 120 Pfund. Allein die Aufzucht hat mich aber pro Lamm schon 60 bis 70 Pfund gekostet. No Deal oder Deal – das bedeutet für mich etwa 30.000 Pfund Verlust oder 30.000 Pfund Gewinn.“

      John Fyall ist kein reicher Mann, kein Großgrundbesitzer. Das Land für seine Farm und seine Tiere hat er gepachtet. Der Brexit wird für ihn zu einer Existenzfrage. John Fyall will, dass die britische Regierung die Kündigung zurück zieht. Er wirft ihr vor, völlig unvorbereitet in den Brexit zu rauschen: „Es ist so, als würde die Regierung noch schnell im Schulbus die Hausaufgaben hinkritzeln, in der Hoffnung, dass der Lehrer das akzeptiert. So darf man nicht mit den Menschen umgehen, deren Existenz hier auf dem Spiel steht.“

      Farmer Fyall hat übrigens 2016, beim Referendum, nicht abgestimmt. Ein blöder Zufall, sagt er heute: „Ich habe in der Nacht davor einen Anruf bekommen. Ob ich einspringen könnte, als Kommentator bei der Highland-Show – einer der Kommentatoren war krank geworden. Also, bin ich mit meinem Auto dahin gerast und konnte nicht mehr abstimmen. Eigentlich gehe ich immer wählen – aber diesmal hatte ich gedacht, ist doch egal, die Mehrheit für den Verbleib ist doch ohnehin klar. Das war mein Fehler.“

      Fischer sind für den Brexit


      50 Kilometer nördlich von Aberdeen, an der Nordseeküste entlang, liegt Peterhead: „Peterhead ist einer der größten Fischereihäfen in Europa. Wir haben hier gerade eine neue Fischauktionshalle gebaut. Wir verkaufen unseren Fisch in Großbritannien, aber auch in ganz Europa, nach Frankreich und nach Spanien“, sagt Peter Bruce, der Skipper der Buddingrose, eines 24 Meter langen Kutters. Peter ist seit 1977 in der Nordsee unterwegs – die Fischerei sei sein Leben, sagt er:

      Doch dieses Leben ist schwieriger geworden. Viele Fischer in Peterhead haben aufgegeben: „Wir hatten hier in Peterhead mal 120 Fischerboote, jetzt sind es 30. Immer noch viel, aber nur ein Viertel der früheren Flotte.“ Peter Bruce ist deshalb für den Brexit – er will raus aus der europäischen Fischereipolitik, die es den Fischern aus anderen EU-Ländern erlaubt, hier oben in der nördlichen Nordsee vor der schottischen Küste zu fischen.

      „Wir haben die Franzosen, die spanischen Boote – die meisten EU-Nationen fischen hier bei uns. Wir haben die Kontrolle über unsere Fanggründe verloren. Der EU-Beitritt war für die britischen Fischer ein schlechter Deal.“

      Auch wenn die schottischen Fischer raus aus der EU wollen – die Schotten insgesamt würden heute wieder wie 2016 mit großer Mehrheit für den Verbleib in der EU stimmen. Sollte es zum Brexit kommen, dann will zumindest die Partei der schottischen Nationalisten, die SNP, noch einmal über die schottische Unabhängigkeit von Großbritannien abstimmen lassen.

      Stewart Stevenson, der Peterhead, Banffshire und die Buchan Küste im Parlament in Edinburgh vertritt, sagt, seine Partei werde ein neues Unabhängigkeitsreferendum auf die Tagesordnung setzen, wenn sie sicher sei, es auch zu gewinnen: 2014 hatten sich die Schotten für den Verbleib in Großbritannien ausgesprochen. Damals drohte allerdings noch kein Brexit.

      Quelle: Deutschlandfunk

      Wie eine dänische Großmutter plötzlich ins Licht der Brexit-Debatte gerückt ist

      Tove MacDonald ist traurig und versteht die Welt nicht mehr – besser gesagt Großbritannien. Wegen des bevorstehenden Brexits muss sich die 87-Jährige registrieren lassen und das, obwohl sie schon fast 60 Jahre in Schottland lebt.

      Sie empfindet sich mehr schottisch als dänisch, hat fast ihr ganzes Leben in Großbritannien verbracht. Jetzt weiß Tove MacDonald nicht mehr, wie es für sie weitergehen soll. Denn die 87-jährige Großmutter aus Schottland hat Angst vor den Konsequenzen des Brexits, der am 29. März vollzogen werden soll. Tove ist ursprünglich Dänin. Als EU-Bürgerin aus dem Ausland ist sie verpflichtet, sich beim britischen Innenministerium registrieren lassen, um sich für den weiteren Aufenthalt in Großbritannien zu bewerben. Dort wird entschieden, wer bleiben darf und wer nach dem Brexit gezwungen wird, das Land zu verlassen.

      Tove hat ein bewegtes Leben hinter sich: Geboren wurde sie in Kopenhagen unter der Besatzung des nationalsozialistischen Deutschlands. Dort traf sie 1959 ihren Mann. Nur ein Jahr später zog sie mit ihm nach Schottland. Heute hat Tove zwei Kinder und fünf Enkelkinder. Seit 59 Jahren lebt sie in Schottland und hatte nie Probleme bezüglich ihres Aufenthaltsstatus – bis jetzt.

      "Ich habe immer gedacht, Großbritannien sei fantastisch"


      Einen britischen Pass hat Tove MacDonald nicht: "Ich habe nur einen dänischen Pass, weil es nicht nötig war, sich einen anderen Pass zu holen, als ich geheiratet habe.", sagte die Rentnerin dem schottischen Sender stv. Sie hat lediglich eine Versichertenkarte. Damit gilt sie als nicht-britische EU-Bürgerin – mit der Folge, dass sie sich im Zuge des Brexits bei den nationalen Behörden registrieren lassen muss. Etwas, was sie zuvor nicht musste.

      "Ich liebe Schottland, ich liebe die Landschaft hier. Ich denke, es ist ein wundervolles Land. Ich liebe die Menschen, die Menschen sind so freundlich. Einfach nur wundervolle Menschen.", erzählt sie in einem Interview mit stv. Jetzt sieht sie das ein wenig anders: "Ich habe immer gedacht, Großbritannien sei fantastisch. Ich befürchte, dass es nicht mehr so ist wegen des Brexits. Sie wollen alles hinter sich lassen, was zwischen uns aufgebaut wurde."

      Registrierung für EU-Bürger ist Pflicht

      Dass sie sich jetzt registrieren lassen muss, stimmt sie traurig: "Ich fühle mich sehr, sehr schlecht deswegen. (…) Ich dachte, die wüssten alles über mich. Ich verstehe nicht, warum ich mich registrieren lassen sollte." Damit sie aber vorerst in Großbritannien bleiben kann, muss sie sich bei den Behörden melden. "Ich dachte, das könne nicht stimmen, denn ich habe ja so viele Jahre hier gelebt."

      Tove MacDonald ist eine von mehr als 200.000 Menschen in Schottland, die zwar EU-Bürger, aber nicht britisch sind, berichtet stv. Nach den jetzigen Plänen der Regierung in London sollen rund 185.000 Menschen in Schottland, die keinen britischen oder irischen Pass besitzen, sich für einen Aufenthaltsstatus im Königreich bewerben, wenn sie nach 2021 noch dort wohnen bleiben möchten. Im ganzen Königreich sind es sogar rund drei Millionen Menschen.

      Tove MacDonald wird zum Politikum

      Das Schicksal von Tove – und auch vieler anderer EU-Bürger in Schottland und dem Rest Großbritanniens – sorgt im Land für Diskussionen, auch in der Politik. Schottlands Regierungschefin Nicola Sturgeon empörte sich auf Twitter: "Wenn ich das sehe, fühle ich mich gleichermaßen traurig und wütend. Tove, gebürtige Dänin, lebt seit 59 Jahren in Schottland und stellt diese vernünftige Frage: 'Warum muss ich mich mit 87 registrieren lassen?' Die Antwort lautet 'Brexit'. Tove, das ist dein Zuhause, Schottland will dich hier haben."

      Selbst im britischen Unterhaus in London wird Tove MacDonald Teil der Brexit-Debatte. Ein Abgeordneter der Schottischen Nationalpartei SNP wandte sich mit seiner Frage direkt an Premierministerin Theresa May: "Tove hat hier ihr Leben aufgebaut. Premierministerin May, warum sollte sich Tove registrieren, nachdem sie fast 60 Jahre in Schottland gelebt hat? Es ist eine herzlose Politik!" May antwortete darauf, dass EU-Bürger wie Frau MacDonald, die länger als fünf Jahre durchgehend im Land gelebt haben, das Recht hätten zu bleiben. Auch wenn sie über ihre Registrierung nur mit dem Kopf schütteln kann, will Tove die "Einbürgerungs"-Strapazen auf sich nehmen, um in Schottland zu bleiben: "Ich kann sonst nirgendwo hin. Das ist mein Zuhause."

      Quelle: Stern