Secret Places Schottland – Udo Haafke

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      Secret Places Schottland – Udo Haafke

      Kisimul Castle, die kleine Festung mitten in der Bucht vor Castlebay, dem Hauptort der Insel Barra, gehört nicht zu den Motiven, die klassischerweise den Titel von Reiseführern oder Bildbänden über Schottland zieren, auch in Kalendern ist der trutzige Bau ganz im Süden der Äußeren Hebriden nur selten zu finden. Allein schon deshalb scheint die Auswahl des Coverbildes des jüngsten Schottland-Bildbandes aus dem Bruckmann Verlag »Secret Places Schottland – Traumhafte Orte abseits des Trubels« ausgesprochen gut gelungen. Für Text und Bild konnte einmal mehr der Reisejournalist und Fotograf Udo Haafke gewonnen werden, der in der letzten Dekade mehrfach beachtenswerte und überaus erfolgreiche Publikationen rund um das Land nördlich des Hadrianswalls hat platzieren können.

      Der Begriff »Secret Places« impliziert, dass dem Leser Dinge, Begebenheiten, Orte und Regionen präsentiert werden, von denen er womöglich zuvor noch nichts gehört hat und die trotzdem von touristischer Relevanz sein sollten. Dem Autor, der in seinem Vorwort darauf hinweist, dass es gemessen an den Unmengen an medialen Veröffentlichungen über das Land nur noch wenige wirkliche Geheimnisse zu entdecken gibt, ist dieser nicht ganz einfache Spagat dennoch recht gut gelungen. Er stellt in fünf, regional zugeordneten Kapiteln seine ganz subjektive Auswahl vor, die nochmals nach vier Themenschwerpunkten sortiert ist: Sehenswürdigkeiten und Kultur, Natur und Aktivitäten.

      Haafkes Zusammenstellung beinhaltet manch einen Ort, den selbst erfahrene Schottland-Reisende womöglich noch nicht kennen, beinhaltet Regionen, die nicht unmittelbar an den stark frequentierten Fremdenverkehrsströmen liegen und daher gern etwas vernachlässigt werden, oder so exzentrische Veranstaltungen wie »The Ba« oder die »Weltmeisterschaften im Steine flitschen«. Unter den insgesamt 66 Kapiteln findet sich aber auch Bekannteres wie ein Überblick über die Arbeiten des Charles Rennie Mackintosh, die Insel Staffa oder Queen Mums Castle of Mey. Auch wenn das Inhaltsverzeichnis mit vielen bekannten Namen aufwartet, kitzelt der Autor in seiner bisweilen süffisanten Art durchaus Hintergründiges hervor. So z.B. den Bahnhof von Braemar, an dem nie ein Zug anhielt.

      Reich und gewohnt atmosphärisch dicht bebildert sowie einem strengen, aber keineswegs langweiligem Gestaltungskonzept folgend bietet das 192 Seiten starke Buch neben dem optischen Genuss auch überaus lesenswerte Kurzweil und, am Ende des jeweiligen Kapitels, ein klein wenig touristischen Informationsgehalt. Aber das sollte auch nicht der Sinn dieses Buches sein, das nachhaltig zum Schmökern und Schwelgen inspiriert und ohne Anspruch auf Vollständigkeit Anregungen offeriert, die vielleicht in die individuelle Reiseplanung eines kommenden Schottlandurlaubs einfließen können. Das schottische »Top Secret« indes vermag auch Haafke in diesem abwechslungsreichen Buch nicht zu lüften…

      Udo Haafke, Secret Places Schottland – Bruckmann Verlag, München, 1. Auflage März 2024, Hardcover, 192 Seiten, ca. 200 Bilder, 22,5×27,1cm, ISBN 978-3-7343-2756-8, EUR 32,99

      Quelle: Der Schottlandberater