EU-Referendum / Brexit

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    There are 381 replies in this Thread. The last Post () by Deirdre O'Connor.

      Die Schottin, die Boris Johnson vor sich hertreibt

      Nicola Sturgeon verordnet den Schotten mit dem Alkoholverbot in Pubs gerade einen Kulturbruch: kein Ale mehr, kein Lager, kein Whisky. Mit ihrer Corona-Politik hat die Regierungschefin jedoch mehr als nur das Wohl des Landes im Blick.

      Im Vergleich zu Johnson hat Nicola Sturgeons Popularität in der Corona-Krise bei Weitem nicht so stark gelitten. Das liegt auch daran, dass ihr Politikstil so ziemlich das Gegenteil von Johnsons Auftreten ist: Im Regierungsviertel von Edinburgh gilt sie als detailversessene Technokratin, die eigentlich nur dann aus der Haut fährt, wenn es darum geht, für Schottlands Unabhängigkeit zu kämpfen.

      Sturgeon will noch vor der schottischen Parlamentswahl im Mai einen Gesetzentwurf für ein erneutes Referendum vorlegen. Auch damit will sie Johnson unter Druck setzen. Der Premier lehnt einen Austritt Schottlands aus dem Vereinigten Königreich strikt ab. Sturgeons Vorstoß ist einerseits Symbolpolitik, weil die Frage, ob Schottland eine solche Volksabstimmung abhalten darf, vom britischen Parlament entschieden werden müsste. Andererseits kann Johnson das Manöver auch nicht als absurde Träumerei abtun. Denn je höher der mutmaßliche Wahlsieg von Sturgeons SNP ausfallen sollte, desto stärker könnte sie Johnson unter Zugzwang setzen, ein Referendum zu gestatten.

      Im Jahr 2014 hatten die Schotten mit 55 zu 45 Prozent für einen Verbleib im Vereinigten Königreich gestimmt. Doch mittlerweile ist Umfragen zufolge eine Mehrheit für den Austritt. Als Hauptgrund für den Abspaltungswunsch gilt der Brexit, den Sturgeon "unverantwortlich" nennt. Damit weiß sie die Mehrheit der Schotten hinter sich. Sie selbst inszeniert sich gerne als Freundin der EU. Bei einem Besuch in Brüssel erklärte sie im Februar, dass sie sich auf den Tag freue, wenn ein unabhängiges Schottland EU-Mitglied werde.

      Im Jahr 2014 hatten die Schotten mit 55 zu 45 Prozent für einen Verbleib im Vereinigten Königreich gestimmt. Doch mittlerweile ist Umfragen zufolge eine Mehrheit für den Austritt. Als Hauptgrund für den Abspaltungswunsch gilt der Brexit, den Sturgeon "unverantwortlich" nennt. Damit weiß sie die Mehrheit der Schotten hinter sich. Sie selbst inszeniert sich gerne als Freundin der EU. Bei einem Besuch in Brüssel erklärte sie im Februar, dass sie sich auf den Tag freue, wenn ein unabhängiges Schottland EU-Mitglied werde.

      Quelle: Süddeutsche Zeitung