Manchmal entdecken Forschende mehrere Funde aus unterschiedlichen Epochen an ein und derselben Fundstätte. Das zeigt jetzt ein Fall aus Schottland.
Oft werden archäologische Funde im Rahmen von Bauarbeiten gemacht. Diese werden nämlich oft von Forschungsteams begleitet. In Schottland konnte nun im Rahmen eines Kanalisierungsprojekts eine besondere Entdeckung gemacht werden: eine antike Grabstätte.
Archäologische Funde im schottischen Hochland entdeckt
Im Juli 2025 baute der Wasser- und Abwasserdienstleister Scottish Water den Abwasserkanal in Windhill, nahe Muir of Ord in den schottischen Highlands, aus. Ziel war eine Modernisierung des Netzwerks, um das Risiko für Kanalüberschwemmungen zu reduzieren. Das Projekt wurde dabei von Forscher*innen begleitet, da man im Boden archäologische Funde vermutete.
Zahlreiche Funde geborgen
Jetzt gibt der Dienstleister in einer Mitteilung preis, dass man tatsächlich fündig wurde. Demnach konnte man zwei eisenzeitliche Rundhäuser finden, welche Schätzungen zufolge etwa 3.000 Jahre alt sind. In den Überresten der Häuser (identifiziert durch Pfostenlöcher) fand man auch Lehmputz-Fragmente. Das Besondere: Ein Teil des Putzes wies Verzierungen auf, was als besonders seltener Fund gilt.
Um die Häuser herum fand man außerdem zwei gut erhaltene Schmelzöfen. Die Expert*innen gehen davon aus, dass diese bewusst außerhalb der Rundhäuser platziert wurden, da sie vermutlich große Mengen Hitze und Rauch erzeugten. Sie bieten Hinweise auf eine Metallverarbeitung.
Zusätzlich konnte man ein antikes Gräberfeld aus dem 6. Jahrhundert freilegen. Insgesamt drei Rundhügelgräber mit einem Durchmesser von etwa zehn Metern konnten geborgen werden. Darin entdeckte man einige Knochenfragmente (meist Schädel-Fragmente vom Hinterkopf) umhüllt von Umrissen eines Baumsargs.
Weitere Untersuchung geplant
Projekt-Manager Scott Henry zeigt sich erstaunt über den archäologischen Fund: „Aus früheren Schreibtischstudien hatten wir eine Vorstellung davon, was wir finden könnten, aber wir wussten nicht, dass es eine so erstaunliche Entdeckung sein würde.“ Besonders spannend gestaltet sich dabei laut den Forschenden, dass die Fundstätte Spuren verschiedener Epochen aufweist.
Eine detailliertere Analyse wird Aufschluss über die Geschichte der archäologischen Funde bieten. Die Forschenden haben die Entdeckungen bereits gesichert. Geplant sind nun Radiokarbon-Datierungen, Isotopenanalysen sowie DNA-Untersuchungen der Knochenreste.
Quelle: Scottish Water